Wilhelm Heinrich August Freiherr von Gagern (1799-1880)

Heinrich von Gagern entstammte einem alten Rügener Adelsgeschlecht und wurde am 20. 8. 1799 in Bayreuth geboren. Sein Vater war Hans C. E. Freiherr von Gagern, sein Bruder war Maximilian Freiherr von Gagern.

Als Jurastudent in Heidelberg begründete er die Allgemeine Deutsche Burschenschaft mit. 1820 trat er in den Staatsdienst von Hessen-Darmstadt ein, wurde aber 1833 wegen seiner zu liberalen Ansichten wieder entlassen. Von 1832 bis 1836 war er Mitglied der zweiten Kammer des hessisch-darmstädtischen Landtages und entwickelte sich in der Folge zum Führer der liberalen Opposition im Großherzogtum Hessen.
Im März 1848 führte er für kurze Zeit die hessische Regierung, und am 18. Mai 1848 wurde er zum Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung gewählt.

Am 18. Dezember 1848 übernahm er als Reichsministerpräsident die Leitung des Reichsministeriums. Mit dem „Gagernschen Programm“, das einen „engeren“ und einen „weiteren“ deutschen Bund vorsah, suchte Heinrich von Gagern die deutsche Frage zu einer Lösung zu bringen. Nach dem Scheitern seines Programms plädierte er für die kleindeutsche Lösung unter preußischer Führung und mit dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. als Kaiser der Deutschen. Als jedoch Friedrich Wilhelm die angebotene Kaiserkrone ablehnte, trat Gagern am 21. Mai 1849 als Reichsministerpräsident zurück und aus der Nationalversammlung aus. In der Folge näherte er sich der österreichisch-großdeutschen Richtung an und sprach sich für eine Reform des Deutschen Bundes aus.

Am 22. 5. 1880 starb Gagern in Darmstadt.