Grundsätzliches
Das oberste Ziel des Französischunterrichts ist die Entwicklung der mündlichen und schriftlichen Kommunikationsfähigkeit zur Bewältigung von außerschulischen Sprachverwendungssituationen wie
– Kontakten mit französischsprachigen Menschen im In- und Ausland
– Aufenthalten in Frankreich (z.B. Schüleraustausch/ Reisen)
– Studium
– Beruf
Der Spracherwerbsprozess soll so gestaltet werden, dass die Schüler Sprache nicht als abstraktes, sondern als lebendiges, tatsächlich benutztes System erleben, weshalb sie so früh und so oft wie möglich mit authentischen Sprechern und Sprechsituationen konfrontiert werden sollen.
Neben dem Aufbau von Sprachkompetenz betont der Lehrplan die Bedeutung der inter-kulturellen Kompetenz, worunter das Wissen um und das Verständnis für die andere Kultur bei gleichzeitigem Überdenken der eigenen Kultur zu verstehen ist.
Es ist wünschenswert, daß die Schüler den Sprachlernprozess zunehmend selbständig und in eigener Verantwortung vorantreiben. Um sie dazu in die Lage zu versetzen, müssen ihnen entsprechende Lern- und Arbeitstechniken zur Verfügung gestellt werden (Aufbau von Methodenkompetenz).
Ebenso müssen die Schüler auf den Umgang mit Medien vorbereitet werden, damit sie diese für den Spracherwerbsprozeß eigenständig nutzen können (Aufbau von Medienkompetenz).
Fachübergreifendes und fächerverbindendes Lernen soll dazu dienen, die Selbständigkeit der Schüler zu fördern und ihnen Einblick in größere Zusammenhänge zu geben.

Didaktisch-methodische Grundlagen
Wie soll der Unterricht gestaltet sein, um das Ziel der schriftlichen und mündlichen Kommunikationsfähigkeit zu erreichen?
Der Unterricht soll schüler- und handlungsorientiert sein (d.h. an Vorkenntnisse der Schüler anknüpfen und handlungsorientierte Aktivitäten wie Briefwechsel, Schüleraustausch, Teilnahme an Sprachwettbewerben usw. fördern).
Der Unterricht muss mediengestützt sein (visuell: Folien, Fotos, Wandbilder, Karten / audio: Tonträger, authentische Sprecher / elektronisch: Computer), um einen hohen Grad an Authentizität zu erreichen.
Der Unterricht orientiert sich am Prinzip der funktionalen Einsprachigkeit(d.h. die Muttersprache wird nur dort eingesetzt, wo Sachverhalte anders nicht eindeutig vermittelt werden können; sprachanalytisches und vergleichendes Lernen wird unterstützt).
Neue sprachliche Elemente werden nicht isoliert, sondern in Kontexten eingeführt, die sich an realen Sprachverwendungssituationen orientieren.
Grammatik hat dienende Funktion (d.h. die Einführung von grammatischen Strukturen orientiert sich an deren Verwertbarkeit für Mitteilungsabsichten).
Neben mündlichen Fertigkeiten soll das Schreiben von Anfang an mit eingeübt werden.
Das Lehrwerk ist besonders im Anfangsunterricht als Leitmedium anzusehen.

Inhalte/Themen:
Zu Beginn des Spracherwerbs steht die Vermittlung sprachlicher Kenntnisse im Vordergrund. Mit zunehmender Sprachkompetenz gewinnt die Auseinandersetzung mit Themen und Inhalten an Bedeutung.
Die Unterrichtsinhalte der gesamten Sek.I orientieren sich an dem übergeordneten Thema „Begegnung mit dem Anderen“ (d.h. reale und virtuelle Begegnung, aber auch intellektuelle Auseinandersetzung mit der Geschichte und Kultur des anderen Landes).
Im Hinblick auf spätere Verwendung sollen wirtschaftliche und berufsbezogene Themen einbezogen werden.

Französisch als 3. oder 4. Fremdsprache / 8. Klasse (Schulversuch: je 4 Wochenstunden in den Klassen 8 und 9, als AG 4. Fremdsprache: je 3 Wochenstunden)
Grundlage des Unterrichts sind die Bände des Intensivkurses „Cours Intensif“ von Klett. Da ausreichend Zeit zur Bearbeitung der 2 Bände des Intensivkurses zur Verfügung steht, sollten zusätzliche Materialien zur Festigung und Anwendung des Stoffes hinzugezogen werden. Im 1. und 2. Lernjahr können Lektüren behandelt werden, spätestens im 3. Lernjahr ist eine Lektüre verpflichtend.
In Klasse 9 besteht die Möglichkeit, am Austausch mit dem Collège Privé Saint Charles in Arles oder mit dem Institut du Sacré Coeur in La Ville du Bois bei Paris teilzunehmen. Der jeweilige Schüleraustausch soll vorbereitet und dokumentiert werden.
Texte: einfache, authentische Materialien zur Informationsbeschaffung über Arles und Umgebung oder Paris
Im Bereich Methoden und Lerntechniken: Nutzung der neuen Medien zur Vorbereitung einer Austauschfahrt
Vorschläge für Projekte: Découvrir Arles: un échange en images et en paroles ; Comment on vit à Arles ; Mon/ma corres et sa famille ; Arles et la Camargue, Paris et ses monuments

Französisch als 3. oder 4. Fremdsprache / Übergangsprofil von der Jahrgangsstufe
9 in die gymnasiale Oberstufe:
 siehe Lehrplan